Tägliche Archive: 03/03/2026

4 Beiträge

Veröffentlichung der geänderten Solvency II Level-2-Verordnung im EU-Amtsblatt

Die von der Kommission am 29. Oktober 2025 verabschiedete geänderte Solvency-II-Level-2-Verordnung wurde am 18. Februar 2026 im EU-Amtsblatt veröffentlicht (Delegierte Verordnung (EU) 2026/269); sie tritt 20 Tage danach in Kraft und gilt ab dem 30. Januar 2027.

Mit den Änderungen auf Level 2 werden die umfangreichen Änderungen, die durch die Richtlinie (EU) 2025/2 an Solvency II vorgenommen wurden, nun auch in der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 umgesetzt und präzisiert.

Parallel zur Umsetzung der geänderten Level 1 Richtlinie in nationales Recht, müssen jedoch auch noch Level 2.5 (ITS, RTS) und Level 3 (Richtlinien) angepasst und final verabschiedet werden; z.B. müssen auch noch die QRTs und die damit zusammenhängende Taxonomie final angepasst werden (ein Entwurf hierzu wurde im Herbst 2025 veröffentlicht).

Mit der Veröffentlichung der geänderten Level-2-Verordnung sind nun die wesentlichen quantitativen Änderungen bekannt und können sich Versicherungsunternehmen schon sehr gut auf das aktualisierte Solvency II Regime vorbereiten.

 

Link zur Delegierten Verordnung (EU) 2015/35: Delegierte Verordnung (EU) 2026/269 der Kommission vom 29. Oktober 2025 zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 im Hinblick auf versicherungstechnische Rückstellungen, langfristige Garantien, Eigenmittel, das Aktienrisiko, das Spread-Risiko bei Verbriefungspositionen, andere Kapitalanforderungen nach der Standardformel, die Meldung und Offenlegung, die Verhältnismäßigkeit und die Solvabilität der Gruppe

Aktuar:innen von morgen: AVÖ & Austrian Actuary bei der BeSt 2026

Die Nachwuchsförderung hat bei der AVÖ einen sehr hohen Stellenwert. Darum wurde vor einiger Zeit gemeinsam mit dem VVO das Projekt ABBA – „Attraktivierung Berufsbild Aktuar“ – ins Leben gerufen. Nach dem erfolgreichen Launch der neuen Austrian-Actuary-Homepage (Austrian Actuary – Shape your future with numbers) im Herbst 2025 setzen wir jetzt den nächsten Schritt: Wir waren als „Austrian Actuary“ auf der BeSt 2026 – der größten Bildungsmesse Österreichs – mit einem eigenen Stand vertreten und zeigten, wie spannend und wirkungsstark der Beruf der Aktuarin bzw. des Aktuars ist.

 

Bei dieser 4-tägigen Veranstaltung haben wir über 300 Gespräche geführt und jungen Menschen gezeigt, was Aktuar:innen sind und wie sie diesen Weg einschlagen können.

Mit eigenem Gewinnspiel und dem „Actuary-Quiz“ war unser Stand gut besucht. Insgesamt haben 18 AVÖ-Mitglieder und TU-Student:innen Einblicke in die Ausbildung und den Beruf gegeben.

 

Ein großes Danke an alle, die diese Initiative tatkräftig unterstützen und uns am Stand vertreten haben!

 

 

 

Die neue AVÖ‑Homepage 2.0: Moderner, klarer, näher an den Bedürfnissen unserer Mitglieder

Modernisierung der digitalen Präsenz

Die Aktuarvereinigung Österreichs (AVÖ) befindet sich derzeit in einem umfassenden Prozess zur Modernisierung ihrer digitalen Präsenz. Nach dem erfolgreichen Start von Austrian Actuary (https://austrian-actuary.at/), einer Initiative zur gezielten Förderung des Nachwuchses innerhalb der AVÖ, entsteht nun mit der AVÖ-Homepage 2.0 eine zeitgemäße Plattform, die gleichermaßen auf die Bedürfnisse von Aktuar:innen, Mitgliedern, Nachwuchs, Studierenden, der öffentlichen Institutionen und Entscheidungsträgern zugeschnitten ist.

Strategische Ziele

Übergreifend verfolgt das Projekt mehrere strategische Ziele: Die AVÖ soll online sichtbarer und als fachliche Stimme klarer erkennbar werden. Der Zugang zu den wichtigsten Inhalten wird deutlich vereinfacht und beschleunigt, sodass Nutzerinnen und Nutzer schnell genau das finden, was sie benötigen. Arbeitskreise werden stärker als aktive Wissensquellen positioniert, indem ihre Seiten künftig Zweck, Leitung, Kontakt und regelmäßig aktualisierte Inhalte enthalten. Zudem entsteht ein zentraler Wissens-Hub, der das gesamte Spektrum von klassischen Themen wie Tarifierung und Rechnungslegung bis hin zu Data Science und ESG bündelt. So bieten wir einen strukturierten und leicht zugänglichen Einblick in die Vielfalt der aktuariellen Arbeit.

Die Zielgruppen

Daher verfolgt die neue Homepage das Ziel, die wichtigsten Nutzergruppen besser abzuholen:

· Aktuar:innen und Mitglieder sollen künftig wesentlich direkter auf zentrale Themen wie CPD‑Informationen, Arbeitskreise, Fachunterlagen, Events und Veröffentlichungen zugreifen können, ohne lange navigieren zu müssen.

· Neue Mitglieder und Studierende sollen einen verständlichen Einstieg in den Berufsweg erhalten. Künftig sollen Ausbildungswege, Mitgliedschaftsmodelle sowie Zusatzqualifikationen wie CERA oder CADS klar und übersichtlich dargestellt werden.

· Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Positionierung der AVÖ gegenüber Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern. Die Homepage 2.0 soll deutlicher sichtbar machen, wofür die AVÖ steht, welche Expertise sie vertritt und welche Rolle sie innerhalb der europäischen und internationalen Fachcommunity einnimmt.

Mit der Homepage 2.0 entsteht somit ein zeitgemäßer, benutzerfreundlicher und inhaltlich strukturierter digitaler Auftritt, der die tägliche Arbeit der Mitglieder unterstützt, die Attraktivität des Berufsbilds steigert und die AVÖ als kompetente, vernetzte und zukunftsorientierte Fachorganisation sichtbar macht.

Der Go-Live unserer neuen Homepage ist aktuell im zweiten Halbjahr 2026 geplant.

„Das Ende eine Ära – der Beginn einer neuen“

Interviews  mit Uli Ebner und Bernd Weber zur Übergabe der Leitung des AVÖ-Arbeitskreises „Accounting, Solvency II & Riskmanagement“:

Nach zehn Jahren gibt Uli Ebner die Leitung des AVÖ-Arbeitskreises „Accounting, Solvency II & Riskmanagement“ an Bernd Weber weiter. Im Gespräch mit Uli Ebner und Bernd Weber blicken wir zurück und schauen nach vorne.

Frage: Uli, du hast den Arbeitskreis 2015 übernommen – mitten in der Solvency-II-Umsetzungsphase. Wie hat sich der Arbeitskreis fachlich über die vergangenen zehn Jahre entwickelt?

Uli Ebner: Als ich den Arbeitskreis übernommen habe, stand Solvency II klar im Vordergrund und war für viele von uns mit großen fachlichen und praktischen Herausforderungen verbunden. In den darauffolgenden Jahren haben sich die Themen stetig weiterentwickelt: IFRS 17, ESG und das Risikomanagement sind dazugekommen und haben den Arbeitskreis inhaltlich breiter und gleichzeitig tiefer gemacht. Über diese zehn Jahre hinweg ist der Arbeitskreis zu einem wichtigen fachlichen Austauschgremium für Aktuar:innen in diesem Bereich geworden.

Frage: Wenn du auf deine Zeit im Arbeitskreis zurückblickst: Was hat diese Arbeit für dich persönlich ausgemacht?

Uli Ebner: Ganz persönlich war für mich vor allem das Miteinander entscheidend. Der Arbeitskreis war immer ein Ort des offenen Austauschs, an dem unterschiedliche Meinungen Platz hatten und erfahrene Aktuar:innen genauso eingebunden waren wie junge Kolleg:innen. Dieses voneinander Lernen, das gemeinsame Weiterdenken und das über Jahre gewachsene Netzwerk haben die Arbeit für mich besonders gemacht. Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Mitgliedern bedanken – für das Engagement, die Offenheit, die vielen konstruktiven Diskussionen und das Vertrauen über so viele Jahre hinweg. Das hat den Arbeitskreis getragen und lebendig gemacht.

Frage: Mit der Übergabe der Leitung – was ist dir für die Zukunft des Arbeitskreises besonders wichtig?

Uli Ebner: Für die Zukunft ist mir wichtig, dass die Arbeit im Arbeitskreis kontinuierlich fortgesetzt wird und der offene fachliche Austausch erhalten bleibt. Mit Bernd Weber übernimmt ein sehr kompetenter Kollege die Leitung, der fachlich viel Erfahrung mitbringt und neue Perspektiven einbringen kann. Gleichzeitig bin ich sehr froh, dass Julia Domnanovits den Arbeitskreis weiterhin organisatorisch unterstützt – bei ihr möchte ich mich auch ausdrücklich bedanken. Diese Kombination aus neuen Impulsen und Kontinuität bietet eine sehr gute Basis für die Weiterentwicklung des Arbeitskreises. Ich bleibe dem Arbeitskreis gerne als Mitglied weiterhin verbunden.

Frage: Was möchtest du deinem Nachfolger und allen Mitgliedern zum Abschied mit auf den Weg geben?

Uli Ebner: Ich wünsche Bernd Weber und allen Mitgliedern, dass sie weiterhin mit Offenheit, Engagement und Freude zusammenarbeiten. Das Miteinander, der Austausch und das gegenseitige Lernen sind der Schlüssel für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Arbeitskreises.

 

Ausblick mit Bernd Weber

Mit Jänner 2026 hat Bernd Weber die Leitung des Arbeitskreises übernommen. Er ist seit 2016 anerkannter Aktuar der DAV und arbeitet seit 8 Jahren in Österreich in der Lebensversicherung. Neben der quantitativen Modellierung für SII war er in dieser Zeit für die Implementierung von IFRS17 in seinem Haus zuständig und ist seit 2023 verantwortlicher Aktuar.

Frage:

Wie hast du die Entwicklung des Arbeitskreises bislang erlebt und was bedeutet die Übernahme der Leitung für dich?

Bernd Weber:

Der Arbeitskreis Accounting, Solvency II & Riskmanagement hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt – sowohl inhaltlich als auch als Plattform für fachlichen Austausch. Besonders beeindruckend finde ich das Engagement der Mitglieder und die Offenheit. Die Übernahme der Leitung ist für mich eine große Ehre und Verantwortung. Mir ist bewusst in welch große Fußstapfen ich trete und ich möchte Uli Ebner für ihren unermüdlichen Einsatz der letzten Jahre von Herzen danken. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Arbeitskreis die fachlichen Diskussionen und den Austausch weiter zu fördern.

Frage:

Welche fachlichen Schwerpunkte möchtest du in Zukunft setzen?

Bernd Weber:

Mir ist es wichtig, weiterhin aktuelle Themen zu diskutieren wie zurzeit beispielsweise der Solvency II Review und die IRRD. Unsere Arbeit entwickelt sich stetig fort, sei es in den Tools, die wir einsetzen, den Regelwerken die es zu beachten gilt oder das Umfeld in dem wir arbeiten. Hier am Ball zu bleiben und im Arbeitskreis weiterhin ein Forum für Diskussionen zu schaffen ist mein Ziel.

Frage:

Was ist dir persönlich für das Miteinander und den Austausch im Arbeitskreis wichtig?

Bernd Weber:

Ein respektvoller, offener und unterstützender Umgang ist mir besonders wichtig. Der Arbeitskreis lebt vom gegenseitigen Vertrauen und davon, dass alle Mitglieder ihre Erfahrungen und Meinungen einbringen können. Uli Ebner ist das in den letzten Jahren hervorragend gelungen und ich möchte hier anknüpfen.

Frage:

Was hat dich als DAV Aktuar nach Österreich verschlagen?

Bernd Weber:

Nach mehreren Jahren in Deutschland und Bratislava hat mich die spannende Kombination aus beruflicher Herausforderung und persönlicher Entwicklung nach Österreich geführt. Die Agilität der österreichische Versicherungsbranche und das engagierte Netzwerk hat mich von Anfang an begeistert. Zudem schätze ich das Miteinander und die Möglichkeit, aktiv an fachlichen Diskussionen teilzunehmen – nicht zuletzt im AVÖ-Arbeitskreis.

Ich freue mich sehr gemeinsam mit Julia Domnanovits den Arbeitskreis in Zukunft leiten zu dürfen und blicke den neuen Aufgaben mit Spannung entgegen.