Interviews zur Übergabe der Leitung im AVÖ-Arbeitskreis „Accounting, Solvency II & Riskmanagement“
Nach zehn Jahren gibt Uli Ebner die Leitung des AVÖ-Arbeitskreises „Accounting, Solvency II & Riskmanagement“ an Bernd Weber weiter. Im Gespräch mit Uli Ebner blicken wir zurück und schauen nach vorne.
Frage: Uli, du hast den Arbeitskreis 2015 übernommen – mitten in der Solvency-II-Umsetzungsphase. Wie hat sich der Arbeitskreis fachlich über die vergangenen zehn Jahre entwickelt?
Uli Ebner: Als ich den Arbeitskreis übernommen habe, stand Solvency II klar im Vordergrund und war für viele von uns mit großen fachlichen und praktischen Herausforderungen verbunden. In den darauffolgenden Jahren haben sich die Themen stetig weiterentwickelt: IFRS 17, ESG und das Risikomanagement sind dazugekommen und haben den Arbeitskreis inhaltlich breiter und gleichzeitig tiefer gemacht. Über diese zehn Jahre hinweg ist der Arbeitskreis zu einem wichtigen fachlichen Austauschgremium für Aktuar:innen in diesem Bereich geworden.
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Frage: Wenn du auf deine Zeit im Arbeitskreis zurückblickst: Was hat diese Arbeit für dich persönlich ausgemacht?
Uli Ebner: Ganz persönlich war für mich vor allem das Miteinander entscheidend. Der Arbeitskreis war immer ein Ort des offenen Austauschs, an dem unterschiedliche Meinungen Platz hatten und erfahrene Aktuar:innen genauso eingebunden waren wie junge Kolleg:innen. Dieses voneinander Lernen, das gemeinsame Weiterdenken und das über Jahre gewachsene Netzwerk haben die Arbeit für mich besonders gemacht. Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Mitgliedern bedanken – für das Engagement, die Offenheit, die vielen konstruktiven Diskussionen und das Vertrauen über so viele Jahre hinweg. Das hat den Arbeitskreis getragen und lebendig gemacht.
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Frage: Mit der Übergabe der Leitung – was ist dir für die Zukunft des Arbeitskreises besonders wichtig?
Uli Ebner: Für die Zukunft ist mir wichtig, dass die Arbeit im Arbeitskreis kontinuierlich fortgesetzt wird und der offene fachliche Austausch erhalten bleibt. Mit Bernd Weber übernimmt ein sehr kompetenter Kollege die Leitung, der fachlich viel Erfahrung mitbringt und neue Perspektiven einbringen kann. Gleichzeitig bin ich sehr froh, dass Julia Domnanovits den Arbeitskreis weiterhin organisatorisch unterstützt – bei ihr möchte ich mich auch ausdrücklich bedanken. Diese Kombination aus neuen Impulsen und Kontinuität bietet
eine sehr gute Basis für die Weiterentwicklung des Arbeitskreises. Ich bleibe dem Arbeitskreis gerne als Mitglied weiterhin verbunden.
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Frage: Was möchtest du deinen Nachfolger und allen Mitgliedern zum Abschied mit auf den Weg geben?
Uli Ebner: Ich wünsche Bernd Weber und allen Mitgliedern, dass sie weiterhin mit Offenheit, Engagement und Freude zusammenarbeiten. Das Miteinander, der Austausch und das gegenseitige Lernen sind der Schlüssel für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Arbeitskreises.
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Ausblick mit Bernd Weber
Mit Jänner 2026 hat Bernd Weber die Leitung des Arbeitskreises übernommen.
Er ist seit 2016 anerkannter Aktuar der DAV und arbeitet seit 8 Jahren in Österreich in der Lebensversicherung. Neben der quantitativen Modellierung für SII war in dieser Zeit für die Implementierung von IFRS17 in seinem Haus zuständig und seit 2023 ist er verantwortlicher Aktuar.
Frage:
Wie hast du die Entwicklung des Arbeitskreises bislang erlebt und was bedeutet die die Übernahme der Leitung?
Bernd Weber:
Der Arbeitskreis Accounting, Solvency II & Riskmanagement hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt – sowohl inhaltlich als auch als Plattform für fachlichen Austausch. Besonders beeindruckend finde ich das Engagement der Mitglieder und die Offenheit. Die Übernahme der Leitung ist für mich eine große Ehre und Verantwortung. Mir ist bewusst in welch große Fußstapfen ich trete und ich möchte Uli Ebner für ihren unermüdlichen Einsatz der letzten Jahre von Herzen danken. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Kreis die fachlichen Diskussionen und den Austausch weiter zu fördern.
Frage:
Welche fachlichen Schwerpunkte möchtest du in Zukunft setzen?
Bernd Weber:
Mir ist es wichtig, weiterhin aktuelle Themen zu diskutieren wie zurzeit beispielsweise Solvency II Review und IRRD. Unsere Arbeit entwickelt sich stetig fort, sei es in den Tools, die wir einsetzen, den Regelwerken die es zu beachten gilt oder das Umfeld in dem wir arbeiten. Hier am Ball zu bleiben und im Arbeitskreis weiterhin ein Forum für Diskussionen zu schaffen ist mein Ziel.
Frage:
Was ist dir persönlich für das Miteinander und den Austausch im Arbeitskreis wichtig?
Bernd Weber:
Ein respektvoller, offener und unterstützender Umgang ist mir besonders wichtig. Der Arbeitskreis lebt vom gegenseitigen Vertrauen und davon, dass alle Mitglieder ihre Erfahrungen und Meinungen einbringen können. Uli Ebner ist das in den letzten Jahren hervorragend gelungen und ich möchte hier anknüpfen.
Frage:
Was hat dich als DAV Aktuar nach Österreich verschlagen?
Bernd Weber:
Nach mehreren Jahren in Deutschland und Bratislava hat mich die spannende Kombination aus beruflicher Herausforderung und persönlicher Entwicklung nach Österreich geführt. Die Agilität der österreichische Versicherungsbranche und das engagierte Netzwerk hat mich von Anfang an begeistert. Zudem schätze ich das Miteinander und die Möglichkeit, aktiv an fachlichen Diskussionen teilzunehmen – nicht zuletzt im AVÖ-Arbeitskreis.
Ich freue mich sehr gemeinsam mit Julia Domnanovits den Arbeitskreis in Zukunft leiten zu dürfen und blicke den neuen Aufgaben mit Spannung entgegen.