Rita Michlits

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Symposium: Mathematical Challenges in Insurances

Wir möchten Sie sehr gerne im Namen von Mihael Perman (Universität Ljubljana) auf ein Minisymposium zu “Mathematical Challenges in Insurance” aufmerksam machen. Dieses Symposium findet im Rahmen des 8. Europäischen Mathematikerkongresses (8th ECM, 20.–26. Juni 2021) in einem Online-Format statt. Die behandelten Themen umfassen aktuelle praktische und auch theoretische Herausforderungen in der Versicherungsmathematik.

Details zur Veranstaltung finden sich auf der Webpage des 8th ECM:
Registrierung und organisatorische Information
Liste der Minisymposia, darunter “Mathematical Challenges in Insurance” und deren Inhalt
Nebenveranstaltungen, darunter “Optimization in Insurance”

Darüber hinaus wurde ein Modellierungswettbewerb für Studierende ausgeschrieben.

Für die Teilnahme an Vorträgen des Minisymposiums “Mathematical Challenges in Insurance” können CPD-Punkte anerkannt werden (im Umfang von einem Punkt/60 Minuten exkl. Pausen). Zur Anerkennung ist es notwendig, die Teilnahme an den Vorträgen zu dokumentieren. Infos zur Selbstdokumentation finden Sie im CPD-Leitfaden auf der AVÖ-Website.

IM INTERVIEW: Klaus Wegenkittl

Ich bin Aktuar geworden, weil …

… mich der Zufall in die Versicherungswirtschaft gebracht hat. Nach einem reinen Mathematikstudium und einer Anstellung an der Universität habe ich mich nach einem Job in der Privatwirtschaft umgesehen. Prof. Walter Schachermayer hat mir damals empfohlen, mich bei Versicherungsunternehmen zu bewerben. Mein erster Arbeitstag war am 1. März 1991, also vor 30 Jahren. Zur Vervollständigung meiner Ausbildung habe ich dann noch das damalige Kurzstudium Versicherungsmathematik abgeschlossen.

Mich interessiert fachlich …

Als Mathematiker interessiert mich natürlich besonders die Anwendung mathematischer Methoden auf wirtschaftliche Fragestellungen. Am Beginn meiner beruflichen Laufbahn Anfang der 90er Jahre war dies die Tatsache, dass man in der Lebensversicherung über das versicherungsmathematische Äquivalenzprinzip Prämien und Reserven berechnet hat. Unter „Finanzmathematik“ hat man im Studium noch das einfache Auf- und Abzinsen verstanden. Bald darauf gab es die ersten Wirtschaftlichkeitsrechnungen, zunächst für Neugeschäftstarife und dann für ganze Bestände. In den 2000er Jahren wurden für Embedded-Value-Rechnungen stochastische Projektionen zur Bewertung von Garantien erforderlich, und mit Solvency II kam ab 2016 auch noch die Berechnung eines Risikokapitals dazu. In der Sachversicherung gab es bei meinem Einstieg in die Versicherungsbranche noch gar keine Mathematiker, auch das hat sich deutlich geändert.

Was der Beruf für mich bedeutet …

Ich leite das Aktuariat der ERGO Versicherung mit rund 20 MitarbeiterInnen, die vornehmlich in der Lebensversicherung, aber auch in der Sachversicherung und seit Jahresbeginn auch in der Krankenversicherung tätig sind. Dort decken wir alle mathematischen Aufgabenstellungen ab (von Spezialanfragen zu einzelnen Verträgen über Tarifentwicklung und Wirtschaftlichkeitsrechnung bis zur technischen Bilanzierung und aktuariellen Modellierung). Ich schätze daran, dass mir in den letzten 30 Jahren nie langweilig geworden ist, weil sich das Umfeld so rasant geändert hat, dass nie eine Routine aufgekommen ist. Ich hatte wahrscheinlich auch das Glück, eine besonders spannende Phase erleben und mitgestalten zu dürfen. Ich glaube, dass die 30 Jahre davor nicht so turbulent und veränderungsintensiv waren.

Was die Zukunft bringen könnte …

Der Einsatz von Mathematik hat sich innerhalb von drei Jahrzehnten in allen Sparten massiv erhöht, getrieben durch immer schnellere und mächtigere IT-Systeme. Fokus liegt auf Wirtschaftlichkeit in Zeiten schrumpfender Margen und nicht zuletzt treiben regulatorische Anforderungen die Entwicklung voran. Für große Konzerne gilt ab 2023 mit IFRS 17 ein Bilanzierungsstandard, der mit Buchhaltung im klassischen Sinne nichts mehr zu tun hat. Das stellt nicht nur fachliche Anforderungen an Aktuare, sondern fordert auch die Kommunikationsfähigkeit (hier zwischen Rechnungswesen und Aktuariat) noch stärker als in der Vergangenheit. Die IT wird sich weiter entwickeln und immer mehr Berechnungen möglich machen. Die Anwendungen von Big Data und Artificial Intelligence werden vielfältig werden und auch unsere beruflichen Tätigkeiten beeinflussen. Während man seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts danach trachtete, durch zunehmende IT-Unterstützung immer mehr Personal einzusparen, sehen wir bei den Aktuaren bisher die gegenteilige Entwicklung – durch technologischen Fortschritt wird immer mehr berechenbar, und dafür werden immer mehr Mathematiker benötigt. Spannend dabei ist, dass sich auch die Fragestellungen verändert und erweitert haben. Das Konzept des Risikokapitals war vor 30 Jahren noch reine Theorie, heute ist es in Solvency II gelebte Praxis. Und ich bin davon überzeugt, dass es noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten moderner Mathematik gepaart mit moderner IT gibt. Insbesondere wird es dabei kreative Anwendungen geben, an die wir heute noch gar nicht denken. Hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass sich die Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Homer‘schen Erzählung zu den Irrfahrten des Odysseus mit Methoden der Mathematik und Informatik beantworten lässt?

BerufseinsteigerInnen rate ich …

Offen sein für Neues und sich ins Abenteuer stürzen. Als Mathematiker muss man sich Gott sei Dank keine Sorgen um den Arbeitsplatz machen. Es gibt wirklich ausreichend Jobangebote, und Artificial Intelligence wird zwar kommen, aber bestenfalls Mathematiker unterstützen und keinesfalls ersetzen.

Dr. Klaus Wegenkittl (geboren 1965) ist Leiter Aktuariat ERGO Versicherung

Ausbildung:
Diplom- und Doktoratsstudium der Mathematik an der Universität Wien
Kurzstudium der Versicherungsmathematik an der Technischen Universität Wien
Anerkannter Aktuar der AVÖ

Beruflicher Werdegang:
Nach dem Studium Universitätsassistent, ab 1991 Wiener Städtische Versicherung, ab 1999 UNION/Bank Austria Versicherung
Seit 2009 ERGO Versicherung als Leiter des Aktuariats (Leben, Kranken und Nichtleben), verantwortlicher Aktuar und versicherungsmathematische Funktion für Solvency II

Funktionen:
Vorsitzender des LV-Mathematikerkomitees im Versicherungsverband Österreich (VVO)
Leiter des Arbeitskreises Versicherung der AVÖ
2005–2008 AVÖ-Präsident


Data Science Challenge 2021

Die AVÖ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Studierende der Mathematik für den Berufsstand der Aktuarin/des Aktuars zu begeistern. Aus diesem Grund haben wir in Zusammenarbeit mit UNIQA und der slowakischen Aktuarvereinigung (SSA) die Data Science Challenge 2021 ausgeschrieben. Ziel der Challenge ist es, aus einem Datensatz der Finanz- oder Versicherungsbranche ein sogenanntes Data Science Mash-up zu erstellen und die Jury von der Darstellung zu begeistern. Es gibt Preise im Wert von insgesamt 2.000 Euro zu gewinnen.

Teilnahmeberechtigt sind Studierende europäischer Universitäten. Die Altersobergrenze liegt bei 30 Jahren. Einreichen können Einzelpersonen oder Gruppen bis maximal drei Personen. Über 30-Jährige können ebenfalls mitmachen, die beste Einreichung wird prämiert mit Goodie bags und einer zweijährigen kostenlosen Mitgliedschaft in der AVÖ (sofern die Voraussetzung zur Aufnahme in die AVÖ erfüllt ist).

Die Data Science Challenge 2021 läuft von 26. April bis 17. Mai. Alle Infos auf https://www.uniqa4ward.com/en/challenge.html

Data Science im Live-Betrieb

Die Online-Seminarreihe zu Data Science geht aufgrund des großen Erfolgs in die zweite Runde. Fabian Pribahsnik und Dietmar Hareter zeigen, wie Data-Science-Methoden im Arbeitsalltag angewendet werden können. Für die Teilnahme an allen fünf Seminaren vergibt die ÖFdV GmbH 8 CPD-Punkte.

Weitere Informationen und Termine finden Sie bitte in der Einladung.

Anmeldung bitte per Anmeldeformular an

Zur Online-Seminarreihe im Veranstaltungskalender: ÖFdV GmbH: Online-Seminarreihe Data Science im Live-Betrieb

CPD an der TU Wien

Am 1. März hat das Sommersemester an der TU Wien begonnen und damit die Möglichkeit, CPD-fähige Lehrveranstaltungen zu besuchen. Interessierte Aktuarinnen und Aktuare können sich über die Mailing-Liste des Forschungsbereichs Finanz- und Versicherungsmathematik (FAM) über alle Weiterbildungsveranstaltungen informieren lassen.

AVÖ in Zahlen

Mit Stand 30. April 2021 zählt die AVÖ 547 Mitglieder. 367 Mitglieder der AVÖ sind aktuell als Anerkannte Aktuarinnen und Aktuare qualifiziert (inklusive 23 Ruhendstellungen), weitere 20 sind assoziiert. Neun Mitglieder verfügen über den Status CERA-Aktuar und weisen damit eine international anerkannte Zusatzausbildung im Risikomanagement nach. 63 Prozent der Mitglieder sind Männer, 37 Prozent Frauen.

In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Mitglieder um rund 30 Prozent, die der Anerkannten Aktuarinnen und Aktuare um rund 40 Prozent. Seit Herbst 2019 unterhält die AVÖ eine eigene Geschäftsstelle. Als achter Präsident seit der Gründung wurde Dr. Hartwig Sorger am 26. Juni 2020 zum AVÖ-Präsidenten gewählt. Ihm stehen Dr. Karin Hirhager als Generalsekretärin und sieben Vorstandsmitglieder zur Seite.

Die AVÖ ist 50

Am 25. Februar 1971 genehmigte die Vereinsbehörde die Gründung der Aktuarvereinigung Österreichs (AVÖ), damals “Aktuarvereinigung des Verbandes der Versicherungsunternehmungen Österreichs”. Erster geschäftsführender Obmann der Interessensvertretung der Finanz- und Versicherungsmathematikerinnen und -mathematiker war Dr. Heimo Nabl.

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Alte und neue Risiken für Finanzinstitutionen

Im Rahmen der Generalversammlung 2020 diskutierte AVÖ-Generalsekretärin Karin Hirhager mit Expertinnen und Experten der Finanz- und Versicherungsbranche. Risikofrei im Online-Forum.

Das Thema Niedrigzins beschäftigt Aktuarinnen und Aktuare schon länger. Nun hat es sich in einer vermutlich unvorhergesehenen Weise realisiert. Speziell für Lebensversicherer ist das Zinsrisiko von besonderem Interesse. Wilhelm Schneemeier verfügt über langjährige Erfahrung im Versicherungsbereich und vertritt die Interessen der Aktuarinnen und Aktuare sowohl im Vorstand der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) als auch als Chairperson der Actuarial Association of Europe (AAE). AVÖ-Generalsekretärin Karin Hirhager will von ihm wissen, wie er das Niedrigzinsumfeld einschätzt.

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AVÖ-Förderpreis: Arbeiten bis 31. März einreichen

Die AVÖ fördert Diplom- bzw. Masterarbeiten, Dissertationen und gleichwertige wissenschaftliche Abschlussarbeiten, die Aufgabenstellungen zum Gegenstand haben, die für die Profession der Aktuarinnen und Aktuare von Bedeutung sind. Beurteilungskriterien sind Relevanz, wissenschaftliches bzw. fachliches Niveau, Innovation und Anwendbarkeit. Prämiert werden die besten drei Abschlussarbeiten eines Kalenderjahres. Es gilt das Datum der akademischen Beurteilung der Arbeit. Für das Kalenderjahr 2020 können Abschlussarbeiten bis zum 31. März 2021 eingereicht werden. Die beste Arbeit wird mit 1.000 Euro prämiert, Platz zwei mit 600 Euro und Platz drei mit 300 Euro.

Details zum Förderpreis

Statutenänderung genehmigt

Die AVÖ hat in der ordentlichen Generalversammlung am 15. Oktober 2020 mit anschließender Abstimmung vom 19. Oktober 2020 die Änderung der Statuten beschlossen. Mit Schreiben datiert vom 29. Dezember 2020 hat die Landespolizeidirektion Wien, SVA 3, Referat Vereins-, Versammlungs- und Medienrechtsangelegenheiten, der AVÖ die Fortsetzung der Vereinstätigkeit aufgrund der am 10. November angezeigten geänderten Statuten genehmigt.

Statuten zum 29.12.2020

Data Science im Live-Betrieb

Data-Science-Methoden im Arbeitsalltag: Dieter Hareter und Fabian Pribahsnik beleuchten anhand von Use Cases verschiedene Aspekte von Data-Science-Projekten. An die kostenlose Auftaktveranstaltung im Actuarial Modelling Club (AMC) am 6. Oktober 2020 schließt eine modulare Online-Seminarreihe der ÖFdV GmbH an: 20. Oktober 2020, 3. und 17. November, 1. und 15. Dezember 2020, jeweils von 16:30 bis 18:00 Uhr.

Auch wenn der Begriff „Data Science“ schon allgegenwärtig ist, so fehlt es oft an einer konkreten Vorstellung, was sich dahinter verbirgt. Der Arbeitskreis Data Science der Aktuarvereinigung Österreichs (AVÖ) hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, Interessierten im Zuge von Vorträgen und Online-Seminaren einen leichten Einstieg in dieses Thema zu ermöglichen. Der Fokus soll dabei auf der praktischen Anwendbarkeit der vorgestellten Methoden liegen.

Einladung zur Online-Seminarreihe

AVÖ-Wahlen 2020

Corona hat auch die Neuwahl der AVÖ-Gremien beeinflusst. Die Wahl von Vorstand und Rechnungsprüfern fand im Juni statt, Beirat, Ausschüsse und Schiedsgericht wurden im Oktober gewählt: mit dem sichersten aller Abstände, also online.

Wahlergebnis 2020

Neue AVÖ-Website

Willkommen auf der neuen Internetplattform der Aktuarvereinigung Österreichs. Die AVÖ ist die Interessensvertretung der österreichischen Aktuare, Versicherungsmathematiker und versicherungsmathematischen Sachverständigen. Kurz vor Weihnachten haben wir der AVÖ-Website ein neues Look & Feel geschenkt. Klicken Sie sich durch.